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Concurrent Training: Kraft und Ausdauer ohne Kompromisse

Du willst stark sein und gleichzeitig durchhalte können? Du willst Muskeln aufbauen, ohne beim Treppensteigen außer Atem zu geraten? Concurrent Training – die gleichzeitige Entwicklung von Kraft und Ausdauer – ist der Weg. Aber es gibt einen Haken: den Interference-Effekt. Hier erfährst du, wie du beide Ziele kombinierst, ohne dass eines das andere sabotiert. Von Personal Trainer Boris Müllenbach.

Stärke oder Ausdauer? Kraft oder Kondition? Muskeln oder Marathon? Diese Entweder-oder-Frage beschäftigt Sportler seit Jahrzehnten. Die gute Nachricht: Du musst dich nicht entscheiden. Concurrent Training macht beides möglich – wenn du es richtig anwendest.

Als Personal Trainer in Neumünster arbeite ich mit vielen Klienten, die zwei Ziele gleichzeitig verfolgen: Sie wollen kräftiger werden und gleichzeitig fitter im Alltag. Sie wollen schwere Gewichte bewegen und beim Radfahren mit den Kumpels mithalten. Die Frage ist nicht, ob das geht – sondern wie du es strukturieren musst, damit es funktioniert. Die Wissenschaft liefert klare Antworten, und die sind spannender, als du denkst.

Was ist Concurrent Training?

Concurrent Training (englisch für „paralleles Training") bezeichnet das gleichzeitige Training von Kraft und Ausdauer innerhalb einer Trainingsphase. Der Begriff wurde 1980 durch Robert Hickson geprägt, der untersuchte, was passiert, wenn Probanden gleichzeitig Kraft- und Ausdauertraining durchführten. Das Ergebnis war überraschend: Die Kraftzuwächse waren geringer als bei reinem Krafttraining – aber sie traten trotzdem auf. Die Ausdauerleistung hingegen war vergleichbar mit reinem Ausdauertraining. Kraft war also der leidende Teil, Ausdauer profitierte uneingeschränkt.

Diese Erkenntnis schien jahrelang das Ende der kombinierten Trainingsform zu bedeuten. Doch die Forschung ging weiter – und die Ergebnisse wurden differenzierter. Heute wissen wir: Der Interference-Effekt ist real, aber er ist nicht unvermeidbar. Mit der richtigen Trainingsgestaltung kannst du beide Ziele parallel verfolgen und über 80 Prozent des Maximalzuwachses in beiden Disziplinen erreichen.

Concurrent Training in der Praxis

  • Krafttraining: Widerstandstraining mit Gewichten, Maschinen oder Körpergewicht. Fokus auf Muskelaufbau und Maximalkraft.
  • Ausdauertraining: Laufen, Radfahren, Schwimmen, Rudern. Fokus auf kardiovaskuläre Anpassung und oxidative Kapazität.
  • Kombination: Beide Trainingsformen innerhalb derselben Woche, desselben Tages oder sogar derselben Einheit.
  • Ziel: Gleichzeitige Entwicklung beider Fähigkeiten ohne signifikante Einbußen in einer der beiden.

Der Interference-Effekt: Warum Kraft und Ausdauer sich streiten

Um Concurrent Training richtig einzusetzen, musst du verstehen, warum Kraft und Ausdauer sich überhaupt in die Quere kommen. Die Antwort liegt auf molekularer Ebene – in den Signalkaskaden deiner Muskelzellen.

Deine Muskeln reagieren auf Trainingsreize über spezifische molekulare Signalwege. Für den Kraft- und Muskelaufbau ist der mTOR-Signalweg (mechanistic Target of Rapamycin) entscheidend. Er wird durch mechanische Spannung aktiviert und leitet die Proteinsynthese ein – den Prozess, bei dem neue Muskelproteine gebaut werden. Für die Ausdaueradaptation ist der AMPK-Signalweg (AMP-aktivierte Proteinkinase) zentral. Er wird bei Energiemangel aktiviert – also wenn der ATP-Spiegel sinkt und AMP ansteigt, was bei längerer Ausdauerbelastung der Fall ist – und fördert die mitochondriale Biogenese, also den Aufbau neuer Mitochondrien.

Das Problem: Diese beiden Signalwege hemmen sich gegenseitig. Aktiviert du AMPK durch Ausdauertraining, hemmt dies mTOR und reduziert die Proteinsynthese. Aktivierst du mTOR durch Krafttraining, wird AMPK gedämpft und die mitochondriale Anpassung verlangsamt. Dein Körper kann nicht gleichzeitig maximal Muskelproteine aufbauen und maximale mitochondriale Anpassung betreiben – die Ressourcen sind begrenzt.

Die molekulare Konkurrenz

mTOR (Kraft): Wird durch mechanische Spannung aktiviert. Fördert Proteinsynthese und Muskelwachstum. Wird durch AMPK gehemmt.

AMPK (Ausdauer): Wird durch Energiemangel aktiviert. Fördert Mitochondrienbildung und Fettverbrennung. Hemmt mTOR.

Konflikt: Beide Signalwege konkurrieren um dieselben Ressourcen der Muskelzelle. Gleichzeitige Maximalaktivierung beider Wege ist biologisch unmöglich.

Doch diese Hemmung ist kein binärer Schalter – sie ist eine Frage der Dosis, des Timings und der Erholung. Die Studie von Hickson (1980) verwendete ein extrem hohes Trainingsvolumen: 5 Kraft- und 6 Ausdauereinheiten pro Woche. Mit moderaterem Volumen und kluger Planung lässt sich der Interference-Effekt drastisch reduzieren.

Faktor 1: Timing – Wann trainierst du was?

Das Timing ist der wichtigste Hebel, um den Interference-Effekt zu kontrollieren. Je mehr Zeit zwischen Kraft- und Ausdauereinheit liegt, desto weniger konkurrieren die Signalwege. Eine Meta-Analyse von Murach und Bagley (2021) aus dem Journal of Applied Physiology fasste 43 Studien zusammen und kam zu klaren Empfehlungen:

Timing-Strategien nach Wirksamkeit

  • Beste Option (an verschiedenen Tagen): Kraft und Ausdauer an separaten Tagen trainieren. Mindestens 24 Stunden Abstand. Kein messbarer Interference-Effekt.
  • Gute Option (6+ Stunden Abstand): Morgens Kraft, abends Ausdauer (oder umgekehrt). Der mTOR/AMPK-Konflikt wird minimiert. Geringer Interference-Effekt.
  • Akzeptabel (selbe Einheit, Kraft zuerst): Erst Krafttraining, dann Ausdauer. Der Interference-Effekt ist moderat, aber akzeptabel für Freizeit- und Gesundheitssportler.
  • Schlechteste Option (Ausdauer vor Kraft): Ausdauertraining unmittelbar vor Krafttraining. Signifikante Reduktion der Kraftleistung und des Kraftzuwachses. Vermeiden!

Die Forschung ist eindeutig: Wenn du Kraft und Ausdauer in einer Session kombinieren musst, trainiere immer zuerst Kraft und danach Ausdauer. Eine Studie von Sporer und Wenger (2007) zeigte, dass 20 Minuten Ausdauertraining vor Krafttraining die Kraftleistung um 5-10 Prozent reduzierte – nicht nur in dieser Einheit, sondern auch im Langzeiteffekt über 12 Wochen. Die umgekehrte Reihenfolge (Kraft vor Ausdauer) führte zu keinem signifikanten Kraftverlust.

In meinem Personal Training in Neumünster empfehle ich meinen Klienten, Kraft und Ausdauer wenn möglich an verschiedenen Tagen zu trainieren. Wenn der Alltag das nicht zulässt, sorgen wir für mindestens 6 Stunden Abstand – morgens Kraft, abends ein entspannter Lauf. Das funktioniert erstaunlich gut.

Faktor 2: Trainingsvolumen – Wie viel ist zu viel?

Das zweite Kriterium ist das Gesamtvolumen. Hicksons ursprüngliche Studie mit 11 Einheiten pro Woche war extrem – kein Wunder, dass es zu Interferenz kam. Doch wo genau liegt die Grenze?

Eine Meta-Analyse von Wilson et al. (2012) im Journal of Strength and Conditioning Research untersuchte 21 Studien und fand klare Dosis-Wirkungs-Beziehungen:

Die Faustregel für Freizeit- und Gesundheitssportler

Wenn du 3 Kraft- und 2-3 Ausdauereinheiten pro Woche machst, wird der Interference-Effekt minimal sein – du wirst ihn im Alltag nicht bemerken. Für die überwältigende Mehrheit der Menschen ist Concurrent Training problemlos möglich, solange das Volumen im moderaten Bereich bleibt und die Erholung zwischen den Einheiten respektiert wird.

Faktor 3: Trainingsart – Nicht jede Ausdauer ist gleich

Die Art des Ausdauertrainings bestimmt maßgeblich, wie stark der Interference-Effekt ausfällt. Nicht jede Form von Cardio sabotiert deinen Kraftaufbau. Die Unterscheidung liegt in den angesprochenen Muskelfasertypen und der metabolischen Beanspruchung.

Niedrig-intensives, kontinuierliches Ausdauertraining (LISS – Low Intensity Steady State) wie entspanntes Joggen, Radfahren oder Schwimmen in Zone 2 (60-70 Prozent der maximalen Herzfrequenz) hat den geringsten Interference-Effekt. Warum? Weil die AMPK-Aktivierung moderat ist, die mechanische Belastung gering bleibt und die Erholung schnell erfolgt. Zwei bis drei LISS-Einheiten pro Woche beeinträchtigen den Kraftaufbau praktisch nicht.

Hochintensives Intervalltraining (HIIT) hingegen aktiviert AMPK massiv, entleert die Glykogenspeicher deutlich und erzeugt eine starke metabolische Erschöpfung. Studien zeigen, dass HIIT den Interference-Effekt um das 2- bis 3-fache verstärkt im Vergleich zu LISS. Eine Studie von Canty et al. (2020) fand, dass 3 HIIT-Einheiten pro Woche plus Krafttraining zu 18 Prozent geringeren Kraftzuwächsen führten als Krafttraining allein – während 3 LISS-Einheiten keinen messbaren Effekt auf die Kraft hatten.

Ausdauerarten und ihr Interferenz-Potenzial

  • LISS (Zone 2, 30-45 Min.): Niedriges Interferenz-Risiko. Ideal für Concurrent Training. 2-3x pro Woche unbedenklich.
  • Moderates Ausdauertraining (Zone 3, 30-45 Min.): Geringes Interferenz-Risiko. 2x pro Woche gut kombinierbar mit Kraft.
  • Langes Ausdauertraining (60+ Min.): Mittleres Interferenz-Risiko. Glykogenspeicher werden stark entleert. Auf separate Tage legen.
  • HIIT (hochintensiv, 15-25 Min.): Hohes Interferenz-Risiko. Mindestens 24 Stunden Abstand zum Krafttraining.
  • Tempoläufe / Schwellentraining: Hohes Interferenz-Risiko. Starke metabolische Belastung. Am besten an separaten Tagen.

Faktor 4: Ernährung – Der unterschätzte Hebel

Eine oft übersehene Ursache für den Interference-Effekt ist die Energieverfügbarkeit. Ausdauertraining verbraucht Glykogen – den gespeicherten Zucker in deinen Muskeln. Wenn du nach einer Ausdauereinheit sofort Krafttraining machst und deine Glykogenspeicher leer sind, leidet die Kraftleistung. Und leere Speicher bedeuten auch weniger mTOR-Aktivierung, weil die Zelle im Energiedefizit ist.

Die Lösung ist einfach, aber wirkungsvoll: Achte auf ausreichende Kohlenhydratzufuhr, besonders wenn du an demselben Tag Kraft und Ausdauer trainierst. Eine Studie von Hulver et al. (2014) zeigte, dass Probanden mit aufgefüllten Glykogenspeichern 15-20 Prozent mehr Kraftleistung erbrachten als solche mit entleerten Speichern – und der mTOR-Signalweg war signifikant aktiver.

Ernährungsstrategien für Concurrent Training

Vor dem Training: 1-2 Stunden vorher eine kohlenhydratreiche Mahlzeit (Haferflocken, Banane, Reis).

Zwischen Einheiten: Wenn Kraft und Ausdauer am selben Tag: schnelle Kohlenhydrate zwischen den Einheiten (Traubenzucker, Isodrink, Banane).

Nach dem Training: 0,3-0,4 g Protein pro kg Körpergewicht innerhalb von 2 Stunden. Kohlenhydrate bei kombinierten Tagen: 1-1,2 g/kg.

Gesamttagesmenge: Bei Concurrent Training mindestens 4-6 g Kohlenhydrate pro kg Körpergewicht, um die Speicher gefüllt zu halten.

Auch die Proteinversorgung ist kritisch. Bei reinem Krafttraining werden 1,6-2,2 g Protein pro kg Körpergewicht empfohlen. Bei Concurrent Training solltest du im oberen Bereich bleiben (1,8-2,2 g/kg), weil die Ausdauereinheiten zusätzliche Proteinoxidation verursachen und die Regenerationsanforderungen höher sind.

Der praktische Trainingsplan: 4 Modelle für Concurrent Training

Nun zur Praxis. Wie sieht ein gut strukturierter Concurrent-Trainingsplan aus? Hier sind vier Modelle, die ich in meinem Neumünsteraner Personal Training verwende – je nach Ziel, Zeitbudget und Leistungsniveau.

Modell 1: Der Anfänger (3 Kraft + 2 Ausdauer)

  • Mo: Kraft Ganzkörper (60 Min.)
  • Di: Ausdauer Zone 2 (30-40 Min.)
  • Mi: Pause
  • Do: Kraft Ganzkörper (60 Min.)
  • Fr: Ausdauer Zone 2 (30-40 Min.)
  • Sa: Kraft Ganzkörper (60 Min.)
  • So: Pause

Minimaler Interference-Effekt. Ideal für Einsteiger und Gesundheitssportler.

Modell 2: Der Fortgeschrittene (4 Kraft + 3 Ausdauer, getrennt)

  • Mo: Kraft Unterkörper (70 Min.)
  • Di: Kraft Oberkörper (70 Min.)
  • Mi: Ausdauer Zone 2 (40-50 Min.)
  • Do: Kraft Unterkörper (70 Min.)
  • Fr: Kraft Oberkörper (70 Min.)
  • Sa: Ausdauer Zone 2 + kurze Intervalle (45 Min.)
  • So: Aktive Erholung oder Pause

Geringer Interference-Effekt durch saubere Trennung der Tage. Für ambitionierte Freizeitsportler.

Modell 3: Der Zeit-Sparer (3 kombinierte Einheiten)

  • Mo: Kraft 45 Min. + Ausdauer 20 Min. (Kraft zuerst!)
  • Di: Pause
  • Mi: Kraft 45 Min. + Ausdauer 20 Min. (Kraft zuerst!)
  • Do: Pause
  • Fr: Kraft 45 Min. + Ausdauer 20 Min. (Kraft zuerst!)
  • Sa: Langer Spaziergang oder Yoga
  • So: Pause

Moderater Interference-Effekt. Maximale Zeiteffizienz. Ideal bei 3 Trainingstagen pro Woche.

Modell 4: Der Hybrid-Athlet (4 Kraft + 2-3 Ausdauer, Block-Periodisierung)

  • Woche 1-3 (Kraft-Fokus): 4 Kraft + 2 Ausdauer (nur Zone 2)
  • Woche 4 (Deload): 2 Kraft + 1 Ausdauer (reduziertes Volumen)
  • Woche 5-7 (Ausdauer-Fokus): 2 Kraft (Erhaltung) + 4 Ausdauer
  • Woche 8 (Deload): 1 Kraft + 2 Ausdauer (reduziertes Volumen)

Block-Periodisierung minimiert den Interference-Effekt fast vollständig. Für ambitionierte Hybrid-Athleten.

Welches Modell für dich passt, hängt von deinen Zielen, deinem Zeitbudget und deinem Trainingsstand ab. Als Faustregel gilt: Wenn Kraft dein Hauptziel ist, wähle Modell 1 oder 2. Wenn Ausdauer dein Fokus ist, wähle Modell 4 (Block-Periodisierung). Wenn Zeit knapp ist, Modell 3.

Die Block-Periodisierung: Der Königsweg für ambitionierte Athleten

Wenn du wirklich das Maximum aus beiden Welten herausholen willst, führt kein Weg an der Block-Periodisierung vorbei. Anstatt Kraft und Ausdauer jede Woche gleichwertig zu trainieren, fokussierst du dich in Blöcken von 2-4 Wochen abwechselnd auf eine Disziplin – und reduzierst die andere auf Erhaltungsniveau.

Eine Studie von Garcia-Pallares et al. (2010) im International Journal of Sports Physiology and Performance verglich traditionelles Concurrent Training mit Block-Periodisierung bei professionellen Kanusportlern über 10 Wochen. Das Ergebnis: Die Block-Periodisierungsgruppe verbesserte die Kraft um 12 Prozent mehr und die Ausdauer um 8 Prozent mehr als die Concurrent-Trainingsgruppe. Der Interference-Effekt war durch die Block-Struktur fast vollständig eliminiert.

Warum funktioniert das? Weil die Signalwege nicht mehr gleichzeitig aktiviert werden. In der Kraft-Phase dominiert mTOR, in der Ausdauer-Phase dominiert AMPK. Die Erhaltungseinheiten für die jeweilige andere Disziplin reichen aus, um den Status Quo zu bewahren, ohne die primäre Anpassung zu stören.

Was sagt die aktuelle Wissenschaft?

Die Forschung zum Concurrent Training hat sich in den letzten 15 Jahren deutlich weiterentwickelt. Die wichtigsten Erkenntnisse:

Die Gesamtbotschaft der Forschung: Concurrent Training funktioniert, wenn du die Faktoren Timing, Volumen, Trainingsart und Ernährung berücksichtigst. Der Interference-Effekt ist kein unvermeidbares Schicksal, sondern eine Variable, die du kontrollieren kannst.

Fazit: Stark und ausdauernd sind kein Widerspruch

Concurrent Training ist die realistischste Trainingsform für die meisten Menschen. Kaum jemand will nur stark oder nur ausdauernd sein. Wir wollen beides: Muskeln, die tragen, und einen Herz-Kreislauf, der mithält. Wir wollen Gewichte bewegen und den Stadtwald in Neumünster ablaufen, ohne danach zusammenzuklappen. Das ist kein unrealistischer Wunsch, sondern ein erreichbares Ziel.

Der Interference-Effekt existiert – aber er ist kein Monster, das dein Training sabotiert. Mit den richtigen Strategien – Kraft vor Ausdauer, LISS statt HIIT bei kombinierten Tagen, ausreichende Erholung, Block-Periodisierung für Ambitionierte – erreichst du 80-90 Prozent des Maximalzuwachses in beiden Disziplinen. Und das ist mehr als genug für jeden Freizeit- und Gesundheitssportler.

In meinem Personal Training in Neumünster erstelle ich für jeden Klienten einen individuellen Concurrent-Trainingsplan, der Ziele, Zeitbudget und Alltag berücksichtigt. Weil die beste Trainingsform nicht die ist, die theoretisch optimal ist – sondern die, die du tatsächlich durchhältst.

Bereit, stark und ausdauernd zu werden?

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Häufig gestellte Fragen zum Concurrent Training

Was ist Concurrent Training?

Concurrent Training ist das gleichzeitige Training von Kraft und Ausdauer innerhalb derselben Trainingsphase oder sogar derselben Trainingseinheit. Der Begriff beschreibt die Kombination aus Widerstandstraining (Gewichte, Maschinen, Körpergewicht) und aerobem oder anaerobem Ausdauertraining (Laufen, Radfahren, Schwimmen). Das Ziel ist es, beide Fähigkeiten parallel zu entwickeln, ohne dass eine die andere übermäßig behindert.

Was ist der Interference-Effekt beim Concurrent Training?

Der Interference-Effekt (Interferenz-Effekt) beschreibt das Phänomen, dass gleichzeitiges Kraft- und Ausdauertraining den Kraftzuwachs reduzieren kann, verglichen mit reinem Krafttraining. Der Effekt tritt auf, wenn Ausdauereinheiten unmittelbar vor oder nach Krafttraining durchgeführt werden, wenn das Trainingsvolumen sehr hoch ist oder wenn die Erholung zwischen den Einheiten unzureichend ist. Die molekularen Signalkaskaden (AMPK vs. mTOR) konkurrieren um die Ressourcen der Muskelzelle.

Sollte ich Kraft oder Ausdauer zuerst trainieren?

Wenn du beide Disziplinen in einer Trainingseinheit kombinierst, trainiere zuerst Kraft und danach Ausdauer. Studien zeigen, dass die umgekehrte Reihenfolge (erst Ausdauer, dann Kraft) den Kraftzuwachs signifikant stärker behindert. Noch besser ist es, Kraft und Ausdauer an unterschiedlichen Tagen zu trainieren oder mindestens 6 Stunden zwischen den Einheiten zu lassen, um den Interference-Effekt zu minimieren.

Wie viel Ausdauertraining ist mit Kraftaufbau vereinbar?

Bis zu 3 Ausdauereinheiten pro Woche mit moderater Dauer (30-45 Minuten) beeinträchtigen den Kraftaufbau nicht signifikant. Ab 4-5 Ausdauereinheiten pro Woche oder langen Distanzen (über 60 Minuten pro Einheit) wird der Interference-Effekt messbar. Intensives HIIT-Training ist besonders interferenzanfällig und sollte mindestens 24 Stunden vom Krafttraining getrennt werden.

Ist Concurrent Training für Anfänger geeignet?

Ja, Anfänger profitieren sogar besonders von Concurrent Training, weil der Interference-Effekt bei untrainierten Personen am geringsten ist. Der Körper reagiert auf jeden neuen Reiz mit Anpassung, und die konkurrierenden Signalkaskaden sind bei Anfängern noch nicht so stark ausgeprägt. Wichtig ist, das Gesamtvolumen moderat zu halten und ausreichend Regeneration einzuplanen. 2-3 Kraft- und 2-3 Ausdauereinheiten pro Woche sind ein guter Start.

BM

Boris Müllenbach

Personal Trainer in Neumünster – über 10 Jahre Erfahrung in Krafttraining, Ausdauersport und nachhaltiger Leistungssteigerung. Spezialisiert auf Concurrent Training und Hybrid-Athletik. Kontakt aufnehmen